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Hintergrundinformationen

1907 wurde Kuzikus vermessen und als Rinder– und Schaffarm kommerziell bis 1980 genutzt, dann von Dr. Fritz Reinhard und seiner Frau Hiltrud gekauft und auf ihr Betreiben hin von staatlicher Seite zum privaten Naturschutzgebiet erklärt. Mit dem Ziel, zumindest teilweise die ursprüngliche Kalahari wiederherzustellen und zu schützen, wurde Kuzikus unter jahrzehntelanger harter Pionierarbeit von Dr. F. Reinhard und seiner Frau Hiltrud, nach und nach fast wieder zu der ursprünglichen Kalaharilandschaft, welche noch Anfang des 20. Jahrhunderts die gesamte Region prägte.

Aber nur fast, weil auch die umliegenden Regionen um Kuzikus seit Anfang des 20. Jahrhunderts als Weideland für Rinder und Schafe genutzt wurden und immer noch werden. So ist Kuzikus heute, inmitten einer Region, welche seit dem Anfang des 20. Jahrhundert maßgeblich von der Bewirtschaftung der Rinder und Schaffarmer geprägt wird, ein regionaler „Hotspot der Biodiversität“.

Die Bewirtschaftung in Namibia, die speziell in den letzen 50 Jahren mit der Errungenschaft der kulturellen Evolution zunehmend zur „Bezwingung“ des Natürlichen führte und damit immer weniger Platz für wilde Tiere und eine vom Menschen unbeeinflusste Natur ließ, tritt somit in die Fußstapfen der grossen Industriestaaten.

So wurde in vielen Industriestaaten die wilde Natur im Sinne von einem unbeeinträchtigten, autonom funktionierende Ökosystemen fast komplett in eine Kulturlandschaft verwandelt. Diese wird vom Menschen maßgeblich erhalten und gesteuert, um den Ressourcenverbrauch der wachsenden Bevölkerung zu dienen. Die meisten Menschen in diesen industrialisierten Gesellschaften haben nach und nach den Bezug zur Natur verloren. Aber die innere Sehnsucht unberührte Landschaft zu sehen und einen Hauch von Wildnis zu erleben, ist in vielen Menschen tief verwurzelt, deshalb machen sich Jahr für Jahr auch Unzählige auf um das noch zu erleben.
In Entwicklungsländern sind unberührte Landschaften und freie Natur hauptsächlich noch in geschützten Gebieten noch zu finden, so wie z.B. auf Kuzikus.

Nur wie lange noch?

Ist in einer Zeit der stetig wachsenden Bevölkerung, der Modernisierung, der Industrialisierung und dem rasant zunehmenden Tourismus überhaupt noch Platz für eine unberührte, wilde Natur? Ist es möglich den Ressourcenverbrauch der Gesellschaft zu stillen und dabei die freie Natur zu schützen?
Kann man Schutzprojekte für bedrohte Arten wie z.B. dem Spitzmaulnashörner oder einheimische Kulturen, wie die der Buschleute, in der modernen Zivilisation so integrieren, das alle voneinander profitieren?

Diese Fragen stellen sich auch die vier Kinder von Hiltrud und Fritz.
Aufgewachsen auf Kuzikus und ausgebildet in Ökonomie und Biologie an Universitäten in Europa, machen sie sich heute Gedanken um Kuzikus, aber auch um die globale Krise in der sich die Biodiversität befindet. So kehrten alle 4 Geschwister (Alina, Friedrich, Berend und Johanna) zwischen 1996 und 2011 nach Kuzikus zurück um dort ein innovatives Konzept welches Tourismus, Bildung und Forschung vereint, umzusetzen.

Lokal, um das Wildschutzgebiet Kuzikus langfristig zu erhalten. Global, um ein reales Beispiel für den modernen, effektiven und innovativen Naturschutz, in dem Mensch und Natur voneinander profitieren, zu präsentieren. In diesem Konzept bekommt auch das Potential der Buschmänner, mit denen die Geschwister auf Kuzikus aufgewachsen sind, wieder einen direkten Wert. Hat schon die jüngere Generation der Buschmänner das Spurenlesen verlernt, da der „Beruf“ des Jägers im Laufe der Industrialisierung zunehmend unwichtiger wurde, blühen die alten Buschleute auf Kuzikus wieder richtig auf, wenn sie merken das ihre alten Fähigkeiten und ihr altes Wissen in dem neuen Konzept einen direkten Nutzen und hohen Stellenwert hat.

Ausführliche Hintergrundinformationen (PDF in englisch 160,7 kb)